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 Betreff des Beitrags: Überlastungssyndrome am Bewegungsapparat
BeitragVerfasst: 06.01.2010, 20:29 
Redaktion
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Überlastungssyndrome und Überlastungsschäden am Bewegungsapparat

Definition des Überlastungssyndroms am Bewegungsapparat

Überlastungssyndrome am Bewegungsapparat werden in der Regel durch eine chronische Überschreitung der Belastungstoleranz der Muskulatur und Sehnen, aber auch des Nervensystems als oberes Steuerorgan dieser Strukuren ausgelöst.

Zur Überlastung der Muskulatur und/oder Sehnen kann es durch eine Einzelüberlastung kommen, es können aber auch mehrere Faktoren unterschwellig über einen längeren Zeitraum zu einer Überlastung bestimmter Teile des Bewegungsapparates führen.

Überlastungen einzelner oder mehrerer Muskeln und/oder Sehnen können auch zu einem Überlastungsschaden führen.

Überlastungsschäden treten auf, wenn die Bewegungen oder mechanischen Reize wiederholt und ständig auftreten, die Ursache des Überlastungssyndrom nicht behandelt wird.

Gründe für Überlastungssyndrome und/oder Überlastungsschäden können u.a. sein:

1. eine grundsätzlich zu hohe Belastung bestimmter Sehnen/Muskeln/Gelenke
2. eine Normale Belastung der Sehnen/Muskeln/Gelenke, aber unter ungünstigen Bedingungen
3. unphysiologische Bewegungsabläufe
4. verminderte Belastbarkeit der Sehnen/Muskeln/Gelenke, durch z.Bsp. Vorschäden

Überlastungssyndrome/ Überlastungsschäden werden meist durch Ausdauersportarten oder Leistungssport verursacht. Aber auch in bestimmten Berufszweigen kann es durch eine einseitige körperliche Tätigkeit zu wiederholten chronischen Reizungen kommen, die nach einer bestimmten Zeit Symptome der Überlastungen zeigen.

Bei den Überlastungssyndromen /Überlastungsschäden wird hauptsächlich zwischen zwei Ursachen unterschieden:

1. innere Ursachen: Beispiele sind Fehlstellungen des Skeletts und Muskelasymmetrien, uvm.
2. äusse Ursachen: Beispiele sind falsches Training, technische Fehler beim Sport, uvm.

Wirkungen der chronischen Überlastung des Bewegungsapparates

Je nachdem, welche anatomische Struktur chronisch überlastet oder gereizt wird, kommt es zu unterschiedlichen Symptomen.

Überlastungen der Muskulatur

Ein erster Hinweis auf eine Überlastung der Muskulatur kann das Auftreten von Muskelkrämpfen sein.
Muskelkrämpfe werden einmal durch Verschiebungen des Elektrolythaushaltes im Muskel, aber auch durch Fehlsteuerungen im Zentralnervensystem ausgelöst.

Auch Verspannungen sind meist ein Hinweis auf eine falsche und chronische Überbeanspruchung der Muskulatur.

Eine dauerhaft isometrische Überlastung (= Spannungsänderung, aber keine Längenänderung im Muskel) eines oder mehrerer Muskeln löst eine sog. Muskelverhärtungen (= Myogelose) aus.

Seltener kommt es durch die wiederholte Falschbeanspruchung des Muskels zu einer Muskelentzündung (= Myositis).

Überlastungen der Muskulatur führen zu Schmerzen innerhalb des Muskels und zu Schmerzen bei Bewegungen des Muskels. Die überlastete Muskulatur reagiert empfindlich auf Druck, entstandene Muskelverhärtungen sind deutlich tastbar.

Überlastungen von Sehnen

Sehnen, Sehnengewebe und die Sehnenansätze sind besonders anfällig für chronische Überlastungen, da Sehnengewebe geringer durchblutet ist.
Die im Gegensatz zur Muskulatur, z. Bsp, geringere Durchblutung der Sehnen schränkt bei Mikrotraumen (= kleinste Verletzungen) die Regenerationfähigkeit des Sehnengewebes ein.

Durch eine wiederholte und chronische Fehlbelastung vermindert sich die Zugfestigkeit von Sehnen. Dieses kann einen Sehnenriß zur Folge haben.

Chronische Überlastung von Sehnen zeigen sich als Sehnenentzündungen, als Entzündungen der Sehnenscheiden oder als Entzündungen der Sehnenansätze.

Entzündungen der Sehnen (=Tendinitis) und/oder Sehnenscheiden (=Tendovaginitis)

Diese Entzündungen treten meist als Folge der einseitig wiederholten Bewegung oder einer einseitigen mechanischen Reizung auf.

Die am häufigsten betroffenen Sehnen sind an der unteren Extremität die Achillesehne.
An der oberen Extremität treten Überbeanspruchungen vor allem an der langen Bizepssehne und der Sehne des Supraspinatusmuskels (= verläuft oberhalb des Schulterblattes) auf.
Die chronische Überbeanspruchung dieser Sehnen zeigen sich u.a. durch Schmerzen im Bereich der Schulter und des Oberarmes.
Auch die Sehnen der Beuge- und Streckmuskulatur des Handgelenkes und der Finger zeigen häufig Überlastungssyndrome ( z.Bsp. als Tennisarm).

Überlastungen von Sehnenansätzen

Überlastungen von Sehnenänsätze werden durch wiederholte Dehnungseinwirkungen auf Sehnen und Knochenhaut (=Periost) ausgelöst. Durch diese Dehnungen kann es zu kleineren Verletzungen und Blutungen kommen.

Die am häufigsten betroffenen Sehnenansätze sind im Bereich der oberen Extremität an der Schulter und am Ellenbogen zu finden.

An der unteren Extremität sind meist die Sehnenansätze im Bereich der Leiste, des Knies und des Fersenbeins betroffen.

Entzündungen der Sehnen und Sehnenansätze führen zu Schmerzen während und nach einer Belastung. Auch Schmerzen am Ansatz eines Muskels sind häufig. Es können Schwellungen auftreten.
Die entzündeten Sehnenansätze zeigen einen Druckschmerz. Oft sind die Überlastungen von Sehnen mit Funktionseinschränkungen einhergehend.

Schleimbeutelentzündungen (= Bursitis)

Eine Folge der Überlastungen von Sehnen und Muskeln kann die Schleimbeutelentzündung sein.

Schleimbeutel sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Beutel, die die Aufagbe haben, Reibungen und Druckbelastungen zu lindern und zu vermindern.
Die Schleimbeutel liegen zwischen Knochen und Sehnen, zwischen zwei Sehnen oder zwischen Knochen/ Sehnen und der darüberliegenden Haut.

Die am häufigsten entzündeten Schleimbeutel bei Überbelastung finden sich im Bereich der Schulter, Ellenbogen, Hüfte, Knie und Ferse.

Schleimbeutel entzünden sich durch Reibung bei sich wiederholenden gleichartigen Bewegungen oder durch Infektionen.

Die Entzündung eines Schleimbeutels durch chronische Überbelastung zeigt häufig degenerative Veränderungen wie z.Bsp. Kalkeinlagerungen, die bei Entzündungen durch Infektionen fehlen.

Eine wiederholte Reizung eines Schleimbeutels führt zu Entzündungsreaktionen. Die Entzündungsreaktionen führen zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel.
Der Bereich des entzündeten Schleimbeutels ist geschwollen und teilweise sehr schmerzhaft. Die darüberliegende Haut ist warm bis heiß und gerötet.

Gelenkschäden / Arthrose

Eine Arthrose ist ein degenerativer Prozess eines Gelenkes, der sich in einem Verschleiß des Gelenkknorpels zeigt. Diese Verschleißerscheinungen treten normalerweise im Alter auf.

Die Ursachen für eine Arthrose sind vielfältig: Verletzungen, Gelenkerkrankungen, Luxationen, Infektionen, rheumatische Gelenkentzündungen.
Eine ständige Fehlbelastung eines Gelenkes führt auch zu einer Arthrose.

Bei einer beginnenden Arhrose sind die Schmerzen gering, manchmal treten die Schmerzen bei oder nach Belastung auf.
Bei einer fortgeschrittenen Arthrose kommt es u.a. zu einer Schwellung des Gelenkes, einer Atrophie der Muskeln, Schmerzen und einer lokalen Temperaturerhöhung. Innerhalb des betroffenen Gelenkes kann ein "Gelenkknirschen" zu hören sein. Die Gelenke werden instabil und können u.U. eine abnorme Gelenkbeweglichkeit zeigen.

Eine schon eingetreten Arthrose ist nicht mehr rückgängig zu machen. Es werden Massnahmen ergriffen, die einer Verschlechterung entgegenwirken.

Möglichkeiten der Therapie von Überlastungssyndromen

Die Therapie der Überlastungssyndrome richtet sich grundsätzlich nach dem Reiz, der zur Überlastung der Muskeln/Sehnen/ Gelenke führt.
Hierzu ist eine (genaue) Analyse und Anamnese (=Gespräch zwischen Arzt und Patient) Vorrausetzung.

1. Ausschaltung des Überlastungsreizes

Auf die Tätigkeit oder die Bewegung, die zur Überlastung der Muskeln/Sehnen/Gelenke führt, muß vorübergehend verzichtet werden. Im Extremfall wird die überlastete Extremität mit Hilfe eines Gipses ruhiggestellt.
Auch z. Bsp. die Veränderungen des Arbeitsplatzes oder die Verbesserung der Sportausrüstung führen zur Auschaltung des Überlastungsreizes.

2. Schmerzreduktion

Durch die Ruhigstellung wird meist schon eine Schmerzlinderung erreicht. Wenn die Entzündungen auch in Ruhe Schmerzen verursachen, werden entzündungshemmende Medikamente verordnet.
Kälte kann auch schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.
Elektrotherapien, Akupunktur und Osteopathie können zur Schmerzreduktion beitragen.

3. Orthesen

Wenn alle Massnahmen nicht zur Vermeidung des Überlastungssyndroms führen oder Massnahmen zur Ausschaltung des Überlastungsreizes nicht möglich sind, können auch Hilfsmittel (Orthesen) zum Einsatz kommen, um überlastete Muskeln/Sehnen/ Gelenke zu entlasten und zu schonen.

3. Muskeldehnung

Die Dehnung der betroffenen Muskulatur und deren muskulären Gegenspieler ist wichtig, um einer Tonuserhöhung oder Muskelverkürzung vorzubeugen. Diese Dehnung geschieht im Rahmen der physikalischen Therapie.

4. Funktionelles Training

Das funktionelle Training im Rahmen der physikalischen oder ergotherapeutischen Behandlung optimiert die betroffenen Muskeln und Muskelgruppen in ihren Bewegungsabläufen. Dieses führt zu einer Verbesserung der Bewegungsmuster.


Wenn Du Fragen zu diesem Text hast, stelle diese Fragen gerne.

Die Erfahrungen der CRPS-Betroffenen mit medizinischen Problemen kannst Du gerne hier lesen.

Zur Übersicht "Leben mit CRPS" kommst Du wieder hier zurück.

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Die hier zu lesenden Texte und Inhalte dienen der allgemeinen, unverbindlichen Information des Ratsuchenden.
Sie ersetzen nicht das Gespräch mit dem Arzt oder Therapeuten.


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