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 Betreff des Beitrags: OLG Celle: PUV - Kognitive Beschwerden bei CRPS
BeitragVerfasst: 19.06.2015, 14:47 
Redaktion
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Oberlandesgericht Celle 8. Zivilsenat:
Private Unfallversicherung: Unfallbedingtheit und Feststellung einer Invalidität in Form kognitiver Beeinträchtigungen

Quelle: OLG Celle, Urteil vom 26.01.2012 - 8 U 192/10 (Openjur.de)


Im vorliegenden Urteil wird festgestellt, dass kognitive Beeinträchtigungen aufgrund des CRPS entschädigungspflichtig sind.

Das Gericht stellt fest, dass das Unfallereignis ein CRPS ausgelöst hat und nach den medizinischen Feststellungen aus neurologischer Sicht auch in Zukunft mit Wahrscheinlichkeit weiter bestehen wird, kann dies aber nicht mit letzte Sicherheit beantwortet werden, ist dennoch davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt der Begutachtung ein Dauerschaden vorgelegen hat.

Weiter führt das Gericht aus, dass die Kausalität des Unfallereignisses zu bejahen ist, wenn beim Versicherungsnehmer eine Invalidität in Form kognitiver Beeinträchtigungen bei Ablauf der Dreijahresfrist vorliegt, und es in Betracht kommt, dass deren Ursache die notwendige Schmerzmedikation oder eine depressive Störung infolge des CRPS ist.

Besteht ein adäquat kausaler Zusammenhang der kognitiven Beeinträchtigungen (weitergehende Invalidität) zu einem zunächst eingetretenen Dauerschaden, welcher fristgerecht von einem Arzt festgestellt wurde, so ist es nicht entscheidend, ob diese Invalidität erst nach Ablauf der Frist festgestellt wird.

Weiterhin aufzuführen ist, dass das Gericht feststellt, dass wenn es aufgrund einer zunächst organischen Schädigung zu einer Depression und in Folge der Depression zu kognitiven Störungen kommt, diese Störungen vom Versicherungsschutz erfasst sind, da die Ausschlussklausel keine Anwendung findet.

Ein ganz wichtiger Absatz im Urteil hierzu: „Die Ausschlussklausel beinhaltet eine umfassende Beschränkung des Versicherungsschutzes für alle krankhaften Störungen infolge psychischer Reaktionen, gleich durch welche Ursache sie hervorgerufen werden. Das gilt aber nicht für organische Schädigungen, die ihrerseits zu einem psychischen Leiden führen. Der Versicherer will nur für solche krankhaften Störungen nicht eintreten, die nicht auf körperlichen Traumata beruhen oder nur mit ihrer psychogenen Natur erklärt werden.“

Dies ist ein sehr wichtiges Urteil für uns Betroffene, den mit diesem Urteil werden mögliche Folgen des CRPS vollständig anerkannt.

Der genaue Wortlaut dieses Urteils ist unter folgendem Link nachlesbar: https://openjur.de/u/733158.html

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