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 Betreff des Beitrags: Ernährung bei Einnahme von Opioiden
BeitragVerfasst: 04.01.2010, 18:27 
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Ernährung bei Einnahme von Opioiden

Allgemeines zu Opioide

Opioide werden u.a. auch als Opioidanalgetika, Opiate oder opioide Schmerzmittel bezeichnet.
Beispiele für Opioide sind Oxycodon, Tramadol, Fentanyl, Buprenorphin, uvm.

Opioide Schmerzmittel gehören nach dem WHO-Stufenplan der Schmerztherapie zur Stufe drei der Schmerzmittel. Diese Schmerzmittel werden zur Behandlung von starken Schmerzen verordnet.

Opioide wirken im menschlichen Körper über die sog. Opioid- Rezeptoren. Die Erregung von Opioid-Rezeptoren führt u.a. zu einer Unterdrückung von ankommenden Schmerzsignalen.

Die schmerzstillende Wirkung, aber auch die Nebenwirkungen der Opioide hängen von der Gruppe des Opioid-Rezeptors ab, an dem das Opioid bindet.
Die Bindung an einen der verschiedenen Rezeptoren führt zur Unterdrückung der Schmerzen, zur Verlangsamung des Atmens, zur Verengung der Pupillen, zur Erhöhung der Köpertemperatur, uvm.

Durch die Wirkung der Opioide auf die Darmmuskulatur wird auch die Verstopfung oder der erschwerte Stuhlgang hervorgerufen (=opioidinduzierte Obstipation, OIC).

Die Opioid-induzierten Obstipation ist eine sehr häufige Nebenwirkung der Opioid-Therapie. Diese Verstopfung durch die Opioide kann zu einem Therapieabbruch führen, da sie für betroffene Patienten sehr belastend ist und die Lebensqualität stark einschränkt.

Ballaststoffreiche Ernährung bei Opioidtherapie

Die durch Opioide hervorgerufene Verstopfung oder der erschwerte Stuhlgang kann durch eine ballaststoffreiche Ernährung Linderung erfahren.

Allgemeines zu Ballaststoffen

Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, sog. Polysaccharide, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen.

Ballaststoffe werden im Dünndarm durch die Enzyme nicht zerlegt und gelangen in den Dickdarm.
Im Dickdarm wird ein Teil der mit der Nahrung aufgenommenen Ballaststoffe in kurzkettige Fettsäuren zerlegt, doch der Teil der Ballaststoffe, der nicht vom Körper aufgenommen wird, entwickelt im Dickdarm eine für die Verdauung positive Wirkung.

Ballaststoffe haben ein hohes Wasserbindungsvermögen. Teilweise können Ballaststoffe bis zum 100-fachen des Eigengewichtes an Wasser binden.
Deshalb ist es wichtig bei einer ballaststoffreichen Ernährung genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr kann es bei ballaststoffreicher Ernährung zu einer Verstopfung kommen!

Ballaststoff-Lieferanten

Ballaststoffe kommen in pflanzlichen Lebensmitteln in unterschiedlichen Formen vor:

- Zellulose= in Getreide, Obst, Gemüse
- Hemizellulose = in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte
- Lignin = in Obstkerne, Gemüse, Getreide
- Pektin = in Obst (vor allem Äpfel und Quitten), Gemüse
- Alginate = in Algen
- Inulin = in Joghurt, Artischoken, Löwenzahn

Wirkungen der Ballaststoffe

Durch das hohe Wasserbindungsvermögen quellen Ballaststoffe schon im Magen, sorgen damit für ein schnelleres Sättigungsgefühl.

Im Darm binden Ballaststoffe weiteres Wasser, so dass die Stuhlmenge sich vergrössert. Die vergrösserte Stuhlmenge übt auf die Darmwand einen Reiz/ Druck aus. Durch diesen Reiz/ Druck wird die Verdauung angeregt.

Ballaststoffe binden auch schädliche Substanzen, die mit der Nahrung aufgenommen werden.
Cholesterin und Gallensäure werden ebenfalls an Ballaststoffe gebunden, so dass der Blutfetthaushalt positiv beeinflusst werden kann, welches zu einem positiven Effekt auf Herzkrankheiten, Gallensteinleiden, uvm. führt.

Ballaststoffe müssen durch Kauen zerkleinert werden. Dieses ausgiebigere Kauen bei ballaststoffreicher Ernährung reinigt Zahnoberflächen, sorgt für einen vermehrten Speichelfluß, der die Zähne reinigt.
Die höherwertigen Kohlenhydrate in Ballaststoffen (im Vergleich zu einer zuckerreichen Ernährung) werden langsamer im Körper gespalten. Auch dieses führt im Mund zu weniger Zuckerstoffe, die das Bakterienwachstum fördern.


Ballaststoffreiche und ballaststoffarme Nahrungsmittel

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich mindestens 30 Gramm, bei erschwertem Stuhlgang sogar 40-50 Gramm, Ballaststoffe zu sich zu nehmen.

Eine Umstellung der Ernährung sollte langsam geschehen, da eine zu schnelle Umstellung auf ballaststoffreiche Ernährung zu Blähungen, Druck- und Völlegefühl und Bauchschmerzen führen kann.

Wichtig ist bei einer ballaststoffreichen Ernährung eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr- mindestens zwei Liter Wasser sollten pro Tag getrunken werden.

Am verträglichsten für den Körper ist die Ballaststoff-Zufuhr über Nahrungsmittel. Statt Weißbrot und zum Ausgleich Joghurt mit Weizenkleie oder Leinsamen sollte lieber Vollkorn-Brot gegessen werden.


Lebensmittel mit wenigen Ballaststoffen:

- Brötchen, Toastbrot, Weißbrot, Croissant
- Torten, Kuchen, Waffeln, Kekse, Zwieback
- Teigwaren
- polierter Reis
- Cornflakes
- Pudding, Cremespeisen, Eis

Lebensmittel mit viel Ballaststoffen:

- Vollkornbrot, Leinsamenbrot, Grahambrot, Pumpernickel
- Vollkornzwieback, Vollkornkekse, Kuchen mit Vollkornmehl gebacken, Früchtebrot
- Vollkornteigwaren, Hirse, Grünkern
- Vollkornreis
- Getreideflocken, Vollkornhaferflocken
- Beerenfrüchte, Rote Grütze, Obstsalat, Müsli, Backobst

Beispiele für Ballaststoffe in verschiedenen Lebensmitteln:

Nahrungsmittel---Ballaststoffgehalt in 100g
Weizenkleie---49
Leinsamen---39
Haferkleie---19
Haferflocken---10
Roggen-/Weizenvollkornbrot---8
Vollkornnudeln---8
Vollkornzwieback---10
getr. Pflaumen---5
Brokkoli, gekocht---3
Tomaten---1
Gurken, roh---0,5
Fleisch, Wurst, Fisch---0
Käse---0
Eier---0
Milch, Milchprodukte---0

Eine Liste mit den in Lebensmitteln enthaltenen Ballaststoffen findest Du unter folgendem Link (ab Seite 3):

http://www.gmf-info.de/ballaststoffe.pdf

Wenn Du Fragen zu diesem Text hast, stelle diese Fragen gerne.

Erfahrungen der CRPS-Betroffenen mit der Ernährung kannst Du gerne hier lesen.

Zur Übersicht "Leben mit CRPS" kommst Du wieder hier zurück.

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Sie ersetzen nicht das Gespräch mit dem Arzt oder Therapeuten.


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